
Oeko-Tex Standard 100 als Prüfsiegel für schadstoffarme Textilien
Der Oeko-Tex Standard 100 ist ein Siegel, welches auf zahlreichen Textilien auftaucht und uns aus dem Alltag sehr präsent ist. Was genau ist das Oeko-Tex Siegel, was sagt es aus und wie gut ist es?
Das Wichtigste in Kürze
Das Prüfsiegel OEKO‑TEX® Standard 100 steht für schadstoffarme Textilien – es zeigt, dass Textilien und Zubehör auf eine breite Palette von gesundheitsgefährdenden Chemikalien getestet wurden.
Fakten im Überblick
- Das Siegel wird für Textilien vergeben, wenn sie definierte Grenzwerte bei Rückständen von Chemikalien wie z. B. Nickel, Formaldehyd oder Pestiziden nicht überschreiten
- Es gibt vier Produktklassen (I–IV) je nach Verwendung
- Das Siegel bewertet nicht Umweltbelastung, Herkunft der Rohstoffe oder Arbeitsbedingungen
Was ist der Oeko-Tex Standard 100?
Oeko-Tex ist eine internationale Gemeinschaft zur Forschung und Prüfung im Bereich von Textilökologie und Lederökologie. Diese Gemeinschaft prüft Textilien und textile Zwischenprodukte auf Rückstände von Schadstoffen. Sofern die eigens festgelegten Grenzwerte bei diesen Prüfungen nicht überschritten werden, erhalten Textilien und Rohprodukte der Textilindustrie das Siegel Standard 100 by Oeko-Tex, welches früher als Oeko-Tex Standard 100 bekannt war. Zusätzlich zu Kleidung jeder Art werden auch Nutzwäsche wie Handtücher und Bettwäsche geprüft. Neben den Fasern wird zudem Zubehör in Form von Garnen, Knöpfen, Reißverschlüssen und Etiketten auf Rückstände von Schadstoffen geprüft. Das Siegel Oeko-Tex Standard 100 wird weltweit vergeben und gehört in der Textilbranche zu den meistgenutzten Prüfsiegeln.
Was ist Oeko-Tex Baumwolle?
Wird für die Herstellung von Kleidung oder Nutzwäsche Bio-Baumwolle mit dem Siegel Standard 100 by Oeko-Tex verwendet, bedeutet dies, dass die Baumwolle einer GMO-Prüfung unterzogen wurde. Hierbei wird geprüft, ob es sich um gentechnisch veränderte Baumwolle handelt. Kann das im Prüfverfahren widerlegt werden, erhalten die Textilien das Siegel Standard 100 by Oeko-Tex.
Was bedeuten die Produktklassen beim Oeko-Tex Standard?
Für die Prüfung auf Rückstände von Chemikalien in Kleidung und Nutzwäsche hat Oeko-Tex vier unterschiedliche Produktklassen definiert. Sie unterscheiden sich hinsichtlich des Verwendungszwecks und müssen zum Erhalt des Prüfsiegels verschiedene Kriterien erfüllen. Der Produktklasse I werden Produkte zugeordnet, die für Babys und Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren angeboten werden. Dazu zählen beispielsweise Strampler, Bodys, andere Babykleidung und Babybettwäsche.
In der Produktklasse II sind jene Produkte zusammengefasst, welche hautnah verwendet werden. Dazu gehören Unterwäsche, Strümpfe, T-Shirts, Handtücher und Bettwäsche. Hautfern benutzte Produkte wie Jacken, Westen und Mäntel bilden die Produktklasse III. In der Produktklasse IV sind vor allem Produkte zur Wohnungsausstattung zu finden, was beispielsweise Tischdecken, Vorhänge und Polsterbezüge umfasst.
Gegenstand und Prüfverfahren für das Oeko-Tex Siegel
Gegenstand der Prüfung von Oeko-Tex sind jene Chemikalien, welche gesetzlich verboten oder reglementiert werden. Dazu gehören unter anderem Nickel, Formaldehyd, die Azo-Farbstoffe, Cadium und Pentachlorphenol. Darüber hinaus wird jedoch auch auf Rückstände von Chemikalien geprüft, welche als gesundheitsschädlich eingestuft werden, gesetzlich jedoch nicht verboten sind. Hierzu wendet Okoe-Tex den eigenen ECO Passport by Oeko-Tex® an. In diesen Bereich fallen unter anderem Pestizide, welche sowohl bei der Herstellung des Rohmaterials zur Textilproduktion als auch im Rahmen des Transports fertiger Kleidung eingesetzt werden. Ebenfalls Gegenstand der Überprüfung durch Oeko-Tex sind die Farbechtheit der Fasern und deren pH-Wert, welcher für die Erteilung des Siegels hautfreundlich sein muss.
Die Prüfverfahren für den Oeko-Tex Standard 100
Neben einer Analyse der Fasern werden verschiedene Simulationstests durchgeführt. Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Wege, auf denen mögliche Rückstände von Chemikalien aufgenommen werden könnten. Ein solcher Simulationstest erfolgt mit künstlich erzeugter Speichellösung und entspricht damit dem oralen Aufnahmeweg. Ebenso werden Geruchs- und Emissionsmessungen durchgeführt, um die Aufnahme durch das Einatmen zu überprüfen. Außerdem führt Oeko-Tex Tests mit einer ebenfalls künstlich hergestellten Schweißlösung durch und überprüft damit die mögliche Aufnahme von Chemikalien über die Haut.
Wie gut ist Oeko-Tex?
Der Oeko-Tex Standard 100 prüft textile Produkte auf Schadstoffe und ist daher eine hilfreiche Orientierung, wenn man auf der Suche nach schadstofffreier Kleidung oder Nutzwäsche ist. Allerdings wird für dieses Siegel nicht berücksichtigt, wie die Rohstoffe zur Textilerzeugung angebaut und gewonnen wurden, welche Umweltbelastung mit dem Anbau und der Produktion einhergeht und ob die Arbeitsbedingungen aller am Produktionsprozess beteiligten Personen fair sind. Möchte man seine Mitarbeiter mit nachhaltiger Arbeitskleidung ausstatten, sollte man sich daher auch an anderen Prüfsiegeln wie dem Grünen Knopf oder REPREVE® orientieren.
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